Deutscher Organist, Komponist und Schwiegersohn Johann Sebastian Bachs. Altnikol studierte in Leipzig bei Bach, wirkte als Schüler und Kopist eng mit dessen Spätwerk und wurde 1748 Organist an der Wenzelskirche in Naumburg, wo er bis zu seinem frühen Tod blieb.
Altnikols kompositorisches Schaffen umfasst fast ausschliesslich geistliche Vokalmusik im Stil der späten Bach-Schule. Erhalten sind mehrere Kantaten, eine Messe in d-Moll sowie Motetten, die stilistisch zwischen spätbarocker Polyphonie und frühem empfindsamem Stil stehen. Seine Werke zeigen Bachs Handschrift in der Satztechnik, greifen aber bereits galante Elemente auf. Für heutige Kirchen- und Kammerchöre sind insbesondere seine Motetten eine dankbare, wenig bekannte Ergänzung zum Repertoire. Historisch bedeutsam ist Altnikol auch als Niederschreiber des letzten Choralsatzes der "Kunst der Fuge" nach Bachs Diktat.
Wichtige Chorwerke: