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Der im elsässischen Ensisheim geborene Léon Boëllmann zählt zu den begabtesten französischen Organistenkomponisten der Spätromantik. Im Alter von neun Jahren kam er an die École Niedermeyer in Paris, wo er bei Eugène Gigout und Gustave Lefèvre studierte und in nahezu allen Fächern erste Preise gewann. Nach Abschluss seiner Ausbildung wurde er Chororganist und ab 1887 Titularorganist an Saint-Vincent-de-Paul in Paris. Sein berühmtestes Werk ist die Suite gothique op. 25 (1895) für Orgel, deren Schluss-Toccata zum Kernrepertoire jeder Orgelliteratur gehört. Boëllmann starb bereits mit 35 Jahren an Tuberkulose.
Neben seinem Orgelschaffen schuf Boëllmann eine Reihe geistlicher Vokalwerke für den liturgischen Gebrauch. Zu seinen Chorwerken gehören Six Motets, drei Tantum ergo-Vertonungen, ein Laudate Dominum, ein Veni Creator sowie das Rondel dans le mode phrygien. Diese Stücke stehen in der französisch-symphonischen Tradition seines Lehrers Gigout und seines Vorbildes César Franck und verbinden disziplinierten Kontrapunkt mit einer empfindsamen, modal eingefärbten Harmonik.
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