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Johann Hermann Schein (1586–1630) war einer der bedeutendsten deutschen Komponisten des Frühbarocks. Der in Grünhain geborene Musiker wirkte ab 1616 als Thomaskantor in Leipzig und prägte die evangelische Kirchenmusik seiner Zeit entscheidend. Zusammen mit Samuel Scheidt und Heinrich Schütz zählte er zu den „drei grossen Sch“ des mitteldeutschen Musiklebens. Trotz zahlreicher persönlicher Schicksalsschläge und gesundheitlicher Leiden schuf Schein ein umfassendes Werk, das geistliche und weltliche Gattungen umfasste.
Scheins Chormusik zeichnet sich durch die Verbindung von lutherischer Choralbearbeitung mit modernen Konzertformen aus. Seine geistlichen Madrigale und Motetten etablierten neue Ausdrucksmöglichkeiten für den gemischten Chor. Das „Cantional“ (1629), ein Gesangbuch mit 286 Gesängen, sowie die Sammlungen „Opella nova“ und „Israelsbrünnlein“ sind Meilensteine der protestantischen Vokalmusik. Scheins Werke eignen sich bis heute für Kirchenchöre und zeigen die Übergänge vom Renaissance- zum Barockstil. Sein „Cantional“ wurde durch die nachfolgende Generation intensiv rezipiert und beeinflusste das deutsche Gesangbuchwesen nachhaltig.
Wichtige Chorwerke:
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