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Der in Nürnberg getaufte Hans Leo Hassler (auch: Haßler) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Komponisten an der Stilwende von der späten Renaissance zum Frühbarock. Ersten Unterricht erhielt er von seinem Vater, dem Organisten Isaak Hassler, und vermutlich von Leonhard Lechner. 1584 reiste er als erster bedeutender deutscher Komponist nach Venedig, um bei Andrea Gabrieli zu studieren; dort schloss er auch Freundschaft mit Giovanni Gabrieli. Ab 1585 wirkte er in Augsburg als Kammerorganist der Familie Fugger, später in Nürnberg, Ulm und Dresden.
Hasslers chormusikalisches Werk umfasst sowohl geistliche als auch weltliche Gattungen. Zu seinen geistlichen Hauptwerken zählen die Cantiones sacrae (1591), die Sacri concentus (1601), die Messen (1599) sowie die Psalmen und christliche Gesänge fugweis komponiert (1607). Berühmt sind seine mehrchörigen Werke wie die fünfzehnstimmige Motette Jubilate Deo oder das sechzehnstimmige Duo Seraphim, die bereits barocke Klangpracht venezianischer Mehrchörigkeit entfalten. Im weltlichen Bereich ragt der Lustgarten neuer teutscher Gesäng, Balletti, Galliarden und Intraden (1601) heraus. Daraus stammt das Lied Mein G'müt ist mir verwirret, dessen Melodie als Choral O Haupt voll Blut und Wunden in die protestantische Kirchenmusik einging und besonders durch Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion bekannt wurde.
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